Knuffis erste trendige Reise* 



Es war einmal ein Bus. 

Der war groß. Der war so groß, dass darin ganz viele Menschen Platz hatten.

Der Bus hatte sogar noch Platz für einen richtigen Elch. Ein richtiger kleiner weißer Elch. Der durfte immer vorne sitzen und manchmal setzt ihn Michael ganz oben auf den Ausguck. Das gefällt ihm. Da kann er viel sehen.

Er ist schüchtern und mag auch nicht so viel reden. Aber er beobachtet alles ganz genau.

Mit seiner Elchnase die auch gleichzeitig eine Spürnase ist, kann er sogar die Stimmung im Bus spüren. Und gestern war die gut. Die Menschen die da mitfahren sind Menschen.

Er hat ja noch nie so viele Menschen gesehen, aber gestern waren sie glücklich. Hat er gedacht.

Und wenn ich groß bin, denkt der kleine weiße Elch, dann werde ich Busfahrer, so wie Robert und Michael. Busfahrer sein, das muss schön sein. Er merkt, die beiden fahren so gern mit dem bunt bemalten Bus, und der Elch spürt genau, es macht ihnen großen Spaß. Sie sind in ihrem Element. Da geht es die Berge rauf und runter. Hoppla, da muss der kleine Elch sich schon festhalten an seinem Ausguck, dass er nicht runterpurzelt. Aber es ist soooo schön.

Ja, ich werde Busfahrer, beschlossene Sache. Elchwort! dann kann ich auch viel von der schönen Welt sehen und in einsamen Wäldern, da mache ich Rast. Die Menschen können dann fotografieren, Bier trinken und dann geht's weiter.

Aber heute Nacht war der kleine Elch unruhig. 

Irgendwas war da los. Hm. Und es war kalt. Kein Busfahrer in der Nähe. Selbst der Bus fror. 



Der kleine Elch kuschelt sich ans Lenkrad. Beim Einschlafen hört er ein leises "gute Nacht, Kleiner" und schon schläft er ein.

Auch der Bus schläft tief und fest. Alle schlafen.

Am andern Morgen macht der Bus die Türe auf und da sind sie wieder.

Die beiden Kapitäne! Hurra, hurra! Der Elch freut sich. Er freut sich still in sich hinein, der Bus freut sich auch, er macht beim Freuen ein Geräusch, das klingt wie ein Walfisch, der aus dem tiefen Meer auftaucht und kurz nach Luft schnappt.

 Langsam kommen auch die Menschen mit ihrem Gepäck. Was die alles dabei haben! Mir als Elch, reicht mein Fell und mein hübscher Schaal. Den Schaal hat Oma Elch gestrickt, abends in einer der langen Winternächte. So hat sie erzählt. Wenn die Erde mit einem weißen Flaum bedeckt ist, Elche und Rentiere ihre Schlittschuhe auspacken und über die Fjorde laufen. Ich hab auch Schlittschuhe, denkt der Elch, aber jetzt ist ja Sommer.

Alle Gäste sind da, juhu, es geht weiter. Der kleine Elch mag die Gäste.

Er ist sehr beeindruckt, dass alle so weit mit dem Bus kommen um zu sehen, wo er lebt.

Ja, er hat gehört, diese Reise ist für manche der Gäste ein richtiger Lebenstraum.

Sie träumen schon ganz lange davon, einmal den hohen Norden zu sehen. Einmal am Nordkap stehen und die Mitternachtssonne erleben. Die bei uns da oben im Sommer nie untergeht!  Und jetzt ist es soweit. Wir haben das Nordkap erreicht. Welch ein großer Tag! Der Elch freut sich, Denn er weiß, Herzenswünsche sind etwas sehr kostbares. Wenn sie in Erfüllung gehen, dann ist es etwas ganz besonderes und dann ist man so richtig glücklich. 

Ich träume auch, denkt der Elch.

Ich möchte einmal das große Eis sehen. In all seinen schillernden Farben. 


Blick aufs Nordkap, Nordpolarmeer Richtung Barentsee


Heut stehen die Lofoten auf dem Programm.

Lofoten, cool. Opa Öhrig hat mal gesagt.

"Junge, wenn du groß bist, dann musst du auf die Lofoten. Da ist es schön."

Ja, nun ist er auf den Lofoten, es ist auch schön, aber so eine Hektik. Nein. Hektik ist nichts für kleine Elche. Besonders nicht für kleine weiße Elche. Er wird ganz ruhig, am liebsten wäre er unter den Fahrersitz gekrochen, aber von da sieht er ja nichts. Nein, ganz schlecht. Ich bleib da und bin ganz still. Ich habe ja noch meinen Freund, den Bus.

Dem Bus reicht es auch. Hey, er fährt ja schon schnell, gibt extra Gas um den Berg im Tunnel hoch zu kommen, dann fährt vor ihm ein graues Etwas und bremst ihn voll aus. Na, ihm macht das gar nicht so viel aus, aber Robert, der mag diese dänischen Mädels am Steuer gar nicht. Na ja, das gehört wohl zu einer Reise dazu. Die Gäste haben auch keine Lust auf den Stress.

Der kleine Elch wird immer leiser und plötzlich ist er verschwunden. Weg, einfach weg. Er schleicht sich ganz leise zu seinem Busfreund in den Buskeller. Der Bus fährt weiter. Schön sind sie die Lofoten. Da wachsen die Farne bis hoch auf die Berggipfel. Solche Berge hat er noch gar nie gesehen. Er mag das leuchtende Grün. Überhaupt mag der Elch gern schöne Farben und die Landschaft gefällt ihm. Irgendwann, Eines Tages, so sagt er zum Bus, da miete ich mir ein Wohnmobil und dann nehme ich dich mit. Dann gehen wir beide zusammen auf große Fahrt. 

Oh große Klasse, sagt der Bus, das machen wir.

Ruckel ruckel, festhalten. Robert bremst. Wir sind im Hotel. Die Gäste steigen aus. Es ist ein schönes Hotel, wenn man durchgeht sieht es so richtig schick aus. Sie freuen sich, aber dann kommts. Wo sind denn hier die Zimmer? Ein Durcheinander. Der Elch ist ein bisschen traurig. Er mag die Gäste und freut sich, wenn sie einen schönen Tag haben, denn so eine Reise machen sie ja nicht alle Tage. Hoffentlich können sie gut schlafen denkt er. 



Jetzt ist er allein im Bus. Nur er und der Bus. Kleiner Elch, komm, wir gehn auf Tour, hört er den Bus sagen. Da ist der Kleine weiße Elch sofort dabei. Au ja und schon sind sie unterwegs. Ha, der Bus war nämlich schon da und kennt sich aus. Was möchtest du sehen, Kleiner? Ich mag die schönen Berge von oben sehn und einmal ins grüne Farnkraut springen. Ok, halt dich fest. Und wie im Traum breitet der Bus seine Tragflächen aus und segelt mit dem kleinen Elch über alle Berge. Oh, wie schön. Entzückend, wie das von oben aussieht, die zerklüfteten Felsen, das blaugrüne Meerwasser und die grün, mit Farnkraut bewachsenen Berge. Ganz oben, auf dem höchsten Berg, dem Higravstinden da landet der Bus auf 1146 Meter. Jetzt sind wir die Größten! Er springt vor Freude in die Luft und jagt über die Berggipfel. Der Bus hüpft auch, nur nicht so hoch. So, Kleiner, schnall dich an, jetzt geht's runter ins Tal. Dann fahren sie die abenteuerlichste Strecke die je ein Bus auf dieser Welt gefahren ist über weiße Schneefelder, durch grüne Tannen und Kiefern, mitten zwischen dem Farnkraut durch in einem Affenzahn bis runter an den Fjord. Fast bis zu dem kleinen Kapellchen. Da bremst der Bus. Dem Elch gefällt das. Nochmal, sagt er, was du alles kannst. Er ist beeindruckt von seinem neuen Freund. So ein Freund habe ich mir immer gewünscht. Heute ist er sehr glücklich und schläft, und schläft, solange, bis der Bus wieder sein Walfischfreugeräusch macht. Dieses Geräusch, das klingt wie ein Walfisch, der aus dem tiefen Meer auftaucht und kurz nach Luft schnappt.



Heute geht die Fahrt nach Schweden. 

Schweden. Das ist mein Land, denkt der kleine Elch. Da kommt meine ganze Familie her. Opa Öhrig, Oma Öhre und von denen auch wieder der Opa und die Oma.Heute zeig ich mein Land dem Bus. Das gefällt ihm bestimmt! Aber vorher geht's auf die Fähre.

Doris checkt den Bus ein, das heißt, sie gibt dem Fährgeld-Kassierer das Fährgeld und überzeugt ihn davon, dass unser Bus heute unbedingt mit unseren andern beiden Buskollegen auf die Fähre muss. Hat geklappt. Gut gemacht! Wir sind sogar die ersten.

 Der beste Platz, freut sich der Bus. Jetzt ist er mit dem kleinen Elch nämlich ganz vorn auf dem Schiff und sie können auf das Wasser sehen. Weiter geht's. Immer weiter nach Süden und immer mehr Richtung Schweden. Der Elch freut sich. Er ist schon ganz aufgeregt. Gleich sind wir da, gleich sind wir da. Nun sind sie da. Oh Elch, dein Land gefällt mir.

 In Kraja ist es schön. Es hat kleine rote Häuschen. Typisch Schwedisch. Unseren Gästen gefällt das. Einmal in so einem typischen schwedischen, falunroten Häuschen am See wohnen. Das hat Flair. Zum Essen gibt's Köttbullar, Schweden pur.  

Der Bus parkt an einer Feuerstelle. Michael macht ein Lagerfeuer. Das bringts! Papa Troll fotografiert und kommentiert die Sache, Doris und Michael suchen Brennholz. Ja, noch ein Scheit drauf und noch eins. Welch ein Feuer, wie es lodert. Michael ist begeistert. Hey, schau dir dieses Feuer an, schau dir dieses Feuer an, ruft er und legt nochmals Holz drauf. Es brennt wie Zunder und wird ganz schön heiß. Ich brenne fast meine Knuffige Nase an. Es ist urgemütlich am Lagerfeuer. Jetzt fehlen nur noch noch Würstchen. Da verschwindet Gerhard, der Fahrer von Bus 950. Er kommt mit einem hochzufriedenen Lächeln und drei roten Würstchen zurück. Hab ich noch gefunden! Der Bus und der Kleine Elch teilen sich eine Rote. Lecker, mit Ketchup. Tolle Stimmung, wie bei den Indianern. 

Das gefällt dem Elch, ja denkt er, sowas gibt's in meinem Schweden. Er ist stolz auf sein Land.  

Dein Land ist schön, sagt der Bus und streicht ihm sanft über seine knuffige Elchnase. Der kleine weiße Elch kuschelt sich ans Lenkrad und dann schlafen beide ein. Das Feuer ist erloschen. 

 

 



Der kleine Elch schläft tief und fest. Er wacht erst auf, als die Gäste kommen und der Bus wieder sein Walfischfreugeräusch macht. Dieses Geräusch, das klingt wie ein Walfisch,

der aus dem tiefen Meer auftaucht und kurz nach Luft schnappt.

Heute ist ein Fahrtag, sagt Papa Troll. Fest anschnallen. Es geht weit runter in den Süden. Fahren, fahren, fahren. Warum können wir nicht fliegen? Wir sind ein Omnibus und kein Flieger.

Soviel Fahrerei. Die Gäste sind müde und möchten nach Hause. Außerdem war das Frühstück heut schon alle, bevor es überhaupt  angefangen hat. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Die zwei Busse vor uns hauen rein und lassen uns grad noch Marmelade und ein paar Weißbrote übrig. Und das heute am Fahrtag! Fahren fahren, Irgend jemand muss diesem Herrn Trendtours mal sagen, er soll doch selbst mal die Strecke fahren. Aber sonst ist alles ok. 

 

Mir macht die Fahrerei nichts aus, denkt der Elch. Ich könnte jeden Tag mit dem Bus fahren. Schließlich ist er mein Freund. 



Der kleine Elch sitzt auf seinem Ausguck.

Plötzlich fährt er hoch!

Habe ich vielleicht eine rote Nase???

Rudolph, wer hat sich den Namen für mich ausgedacht.

Hey, jedes Rentier heißt Rudolph, besonders das Rentier vom Weihnachtsmann. Das mit der roten Nase! Diese Glühnase. 

Bus, ich mag einen richtigen Namen. Ok, wie magst du denn gern heißen? 

Komm, wir fragen unsere Gäste. Die haben bestimmt eine Idee. 

"Schorschi, Eik, Ole, Sverje, Knuti, Erik, Butzi, Jüngling, Elchi, Lasse, Knuffi, Snörre, Snuffi, Smöre, Victor, Michel, Lui, Mike der Superelch, Mirodo, Michel, Smörebröd, Rudy, Trendi, Trendier, Edi, Lars, Larsi, Nopo (von Nordpol), Sveni, Nils, Clas, Lasse, Björn, Ole-Olsen, Miro (von Michael und Robert), Egon, Behny"  Mir gefällt Knuff, sagt der Bus. Mir auch, und mir gefällt Ole Olsen!

Ole Knuff Olsen, das gefällt mir. 

Und meine Freunde nennen mich Knuffi, Elchi oder Superelch! Klasse.



                                          Hier gehts zur nächsten Reise:

 Knuffi's erste Reise*

 Knuffi's zweite Reise*

     Knuffi's dritte Reise*