Knuffis zweite trendige Reise* 



Die Namen in dieser Geschichte sind frei erfunden, die Einzigen die namentlich

erwähnt sind, sind Robert alias „Papa Troll“, Michael, Fritz, Ole Knuff Olsen und Doris.


Wo ist denn der Knuffi?

Gleich am ersten Reisetag ist er verschwunden. Irgendwie ist ihm das Ganze noch nicht so geheuer. Wo sind Michael und Papa Troll? Und wo ist sein Freund, der bunte Bus?

Alle weg. Jetzt gibt es Bernd und Eric. Zwei nette Jungs und ein betagter Bus. Und die Gäste? Die sind auch neu. Mit den Gästen ist es lustig. Das hat er schon gemerkt. Die lachen viel. Das gefällt dem kleinen Elch. Gestern gab es eine Rally. Das war wie auf der Rennbahn.

Er war life dabei. Klar, er war ja im Rucksack.

Ein weiter Weg ist es vom Restaurant bis zum Fähr-Check-in. Bernd will tanken und nimmt den Bus gleich mit. Die Gäste können doch auch mal zu Fuß gehen. Hoppla, das ist nichts für unsere Gäste. Fred mit seiner graubraunen Schildkappe, rührt sich mitten auf der Brücke nicht mehr von der Stelle. Was jetzt? Schnurstracks läuft Doris zum Büro der Scandlines: „Do you have a chair with wheels?“ In der Aufregung fällt ihr noch nicht mal das richtige englische Wort für Rollstuhl ein. „You need a wheelchair?“  „Yes, Yes, I need a wheelchair. Very urgent!“

Und dann geht’s los. Wie auf der Rennbahn. Knuffi ist life dabei. Heute im Rucksack.

Das geht ab! Rudi voraus. Durch eine Menschenmenge von Tausend ungeduldig wartenden Passagieren macht er die Bahn frei, hinter ihm rauscht Doris mit dem rasenden Stuhl, vorne zwei kleine, hinten zwei Riesenräder durch die Schranke, durch das Terminal direkt auf die Fähre. Drin sitzt Fred. So schnell ist er noch nie gefahren worden. Die Edeltraud kommt mit dem vielen Gepäck kaum hinterher. Noch schnell einen Rollstuhl fürs Schiff organisiert und dann volle Fahrt den ganzen Kilometer wieder zurück. Und wenn wir schon so einen cooles Renngerät haben, fahren wir gleich nochmal. Diesmal kommt Fritz mit. Und ab geht die Post. Mir macht das Spaß, denkt der Elch, das können wir nochmal machen. Der Doris, als sie dann mal drin war, macht es auch Spaß. „Attention, Attention!“, ruft sie und große Menschen kleine Menschen, dicke Menschen dünne Menschen, schrecken in dem unüberschaubaren Gewimmel hoch und geben die Bahn frei für uns. Coole Sache! Mir gefällt das, denkt Knuffi, Fred und Fritz finden die Rally auch klasse. Allen sind wir davon gefahren! Hui, wie der Blitz, Und die beiden Frauen, die haben wir voll abgehängt. Fast wie Achterbahnfahren, denkt der kleine Elch, nur ohne Überschlag. Zum Glück. Und jetzt Fähre fahren. Riesen-Fähre. Seinem Busfreund sagt er gute Nacht und dann schläft er auf dem Schiff. In der Kabine ist es stockdunkel.

Er kuschelt sich an sein Rentierfell und schläft tief und fest. 



Heute ist er glücklich.

Er ist in einem schönen Wald, ein Zauberwald.

Da gibt es Moose und Beeren, Birken, Kiefern und Fichten. Im Unterholz wächst lilafarbenes Erika, mit winzig kleinen Blütchen, die sehen aus wie kleine Sterne. Die mag Knuffi besonders. Dort wächst auch das helle Islandmoos. Das mag er gern essen. Mhm, das schmeckt dem kleinen Elch. Und Blaubeeren, ja, die mag er auch. Er mag alles in seinem Wald. Sogar die kleinen Kiefern die ihn stupsen. Er macht vor Freude einen Hüpfer bis an die Spitze der Kiefer, dann galoppiert er im Elchgalopp zwischen Fichten und Birken aufgeregt durchs Moos.

Zurück in den Bus, zurück in den Rucksack. 

 Es geht hoch in den Norden, bis ans Nordkap. 

Dann geht's aufs Postschiff. Knuffi freut sich, diesmal ist er mit dabei. Bei der letzten Reise hat er sich aus dem Rucksack geschlichen, zurück zu seinem Freund, dem bunten Bus.

Aber diesmal möchte er unbedingt mit aufs berühmte Schiff der Hurtigrouten. Das Schiff heißt MS Nordkapp. Hou hou, so ein großes Schiff. Rot, schwarz und weiß bemalt, wie alle Schiffe der hurtigen Route. Chic sieht es aus. Das wird eine klasse Fahrt. Zum Essen gibt's auch was. Er kann es nicht erwarten. Kaum ist er durch den Scanner, hüpft er über die Schiffdecks bis ganz nach oben und sucht sich seinen Ausguck. Er hat es sich so richtig gemütlich eingerichtet und bestellt  sich zur Feier des Tages ein Beerenshake mit Soda von seinem Taschengeld.

„Ding Dong, Achtung, dies ist eine Ansage für Ole Knuff Olsen und alle Gäste von Bus 877. Bitte gehen sie sofort von Bord.“ Hallo??!! Er traut seinen Elch-Ohren nicht. Nein, ich bleibe sitzen, beschließt Ole. Das mag ich nicht hören und hält sein Beerenshake mit beiden Hufen fest. „Ding Dong, Achtung“ erschallt die Blechstimme noch einmal: „Ole Knuff Olsen und alle Gäste von Bus 877, verlassen sie sofort das Schiff.“ Er ist stocksauer. Aber wirklich elchstocksauer. Was soll das?? Das Schiff muss repariert werden?! Ausgerechnet heute! Er wollte die Fahrt auf Facebook posten. Und jetzt wieder Busfahren?! Ihm reichts. Er hat sich so auf das Schiff gefreut und sein Ausguck war der Beste überhaupt. Jetzt wieder Busfahren. Und schon wieder so ein Busessen. Er wollte auf dem Schiff mit Stil essen, Flechtensuppe mit Stockfisch und arktischen Brombeeren. Er ist nämlich ein echter Gourmet. Ja ja, und jetzt wieder Bockwurst. Auf die hat er gewartet. Genau auf die. Aber lecker war sie. Sogar zwei hat er verspeist.  



Jetzt gehts weiter. Was ist mit Doris los??

Sie ist seekrank. Der Bus schaukelt so sehr, dass ihr ganz schummrig wird. Das hat sie noch nie gehabt. Vom vielen Schaukeln wird ihr durmelig. "Sind Eure Stoßdämpfer in Ordnung?" fragt sie den Busfahrer, "es schaukelt so ungewöhnlich, mir wird davon ganz schummerig." "Ja, klar, Stoßdämpfer sind in Ordnung, alles in Ordnung. Ist immer so."

Schwindlig und grippelig fühlt sie sich. Heute kann sie nicht mal durch den Bus gehen. Sie hängt vorne in den Seilen. Sie war auf allen Arten von Schiffen, ist auch schon viel gesegelt, aber seekrank war sie an Bord noch nie, nicht mal bei Windstärke neun und acht Meter hohen Wellen. Aber jetzt im Bus, da ist sie es. Definitiv.

 

Welch ein herrlicher Tag heute. Sonne von morgens bis abends.

Und schöne Pausen haben wir gemacht. 

Jetzt sind wir schon mit drei neuen Reifen in Kraja. Welch ein Fahrgefühl!

Kraja mit Sonne! Kraja ist fast mein Lieblingsplatz denkt der kleine Elch. Letztes Mal haben Michael und Doris dort ein riesiges Feuer gemacht und Würstchen gegrillt. Papa Troll hat fotografiert. Die Würstchen waren soooo lecker und das Feuer hat hoch gebrannt.  



Knuffi findet die Gäste nett. Doris sagt, kein Mensch ist immer 100 % nett. Wenn jemand 80 % nett ist, dann ist das schon wie 100 %. Genauso verhält es sich bei einer Gruppe! Wenn eine Gruppe 80 % nett ist, dann ist das wie 100 %.

Also sind unsere Gäste 100 % nett. Und das sind sie. Das findet auch der Elch. Er guckt hinter seiner schicken Rentiertasche vor und freut sich.

Ich darf wieder dabei sein. Die meisten Gäste mögen ihn und finden ihn knuffig, manche finden ihn albern, Kinderkram. Für Knuffi ist das voll ok!

Ich bin Elch, denkt er und das ist gut so!

Ole Knuff Olsen, der Superelch!

Knuffi's PolarkreistaufeRovaniemi, Finnland



                                         Hier gehts zur nächsten Reise:

 Knuffi's erste Reise*

 Knuffi's zweite Reise*

     Knuffi's dritte Reise*