Die Bärles® am Südpol!

Mit einem großen Schiff reist der kleine Bär mutig mit seinem Freund Pingus ins Eismeer. Da hat manchmal ganz schön geschaukelt! Aber es war wunderschön!

Der kleine Bär träumt schon lang vom großen Eis!


Auch ich träume schon lange vom Eis mit seinen schimmernden Farben 

Hier ein Auszug aus meinem Reise-Tagebuch:

 

Die Antarktis ist das Unbeschreiblichste das ich jemals gesehen habe.

An den Tagen auf dem Festland der Antarktis ist das Wetter berauschend schön. Die Sonne taucht die fantastische Landschaft in eine hinreisende märchenhafte Idylle. Ich bin verzaubert. Das Schiff schaukelt sanft hin und her. Es hat was Beruhigendes.

Märchenhaft, unbeschreiblich faszinierend, sowas kann man nicht in Worte fassen. Die Wasserfarbe wie in der Karibik, der Himmel klares Hellblau, Schnee und Eisberge unberührt mit geschlossener Schneedecke in einem unvergleichlichen Weiß. Weißer als weiß. Die Gletscher in ihrem antarktischen Weiß schimmern dort wo sie gebrochen sind von smaragdgrün bis zu dunklem Azurblau. Die Farbe des Eises. Dafür bin ich gekommen. Das Eis, das in allen Farben schimmert, das will ich sehen.

Am meisten entdecke ich mit den Taiwanesen. Sie sind mir beim Zodiak*-Cruising die Liebsten: Sie sprechen wenig, sie fragen wenig, sind hochkonzentriert und fotografieren wie ab – und ich darf mir wünschen, wo’s hingeht! "So, where would you like to go now?" fragt mich der taiwanesische Häuptling mit dem größten Fotoapparat. „To the blue ice. I came for the blue ice." „Oh, you came for the blue ice?!" sagt er ehrfurchtsvoll. So fahren sie für mich ganz langsam und ganz nah um die funkelnden kleinen blauen Eisberge. Das alles in einer faszinierenden Stille. Keiner wagt zu reden, nur gehauchte Laute von überwältigtem Erstaunen und Entzücken sind zu hören und das Tropfen der schmelzenden Eiszapfen.

„Thank you. Now I saw the blue ice so close. I'm so glad. Thank you.“

 

Am letzten Tag entdecke ich an Land auf einem Felsen vor uns kleine frisch geschlüpfte Adelie Pinguine. Das habe ich mir so gewünscht! Einige Adelie-Weibchen haben Zwillinge, zwei graue Fellknäuel mit grauem Schnabel. Es ist köstlich sie zu beobachten. Unglaublich putzig. Mal füttert die Mutti von Schnabel zu Schnabel, mal kriechen die Küken in ihre Bauchfalte.

 

Dann gehts zurück zum Zodiak*. Das Wetter schlägt um und der Wind briest heftig auf. Die Wellen schlagen über unser kleines Schlauchboot hinweg. Ich denke an die Geschichte von Jesus und seinen Jüngern im Sturm. Ich habe Angst! Hinten beim Ruder sitze ich, das Boot ist schon halb voll mit Wasser und es läuft mir in die Stiefel. Danke Gott, es ging alles gut! Wir kommen heil an Bord an und werden mit heißem Kakao und kleinen süßen Marshmallows erwartet.

Am nächsten Tag geht die Fahrt zurück durch die Drake-Passage. Die Drake-Passage ist 1200 km weit und ist berühmt berüchtigt für ihre Stürme, die hier von keiner Landmasse gehemmt werden und die die See zu hohen Wellen aufpeitschen. Windstärke 9 wird um Kap Horn gemessen, Wellenhöhen bis zu acht Meter. Auf dem Heck unserer "Sea Explorer" kann ich die Naturgewalten hautnah erleben. Ich habe weder Angst noch nasse Füsse und bleibe solange draußen, bis die Ansage ertönt, dass alle Passagiere jetzt nach innen müssen. Ich gehe rein und schnurstracks hoch zur Brücke** auf Deck fünf. Dort erlebe ich die Wassermassen, die über uns weg peitschen. Nur gut festhalten! Raus darf niemand mehr! „Now it’s a big one“ kündigt der Steuermann eine besonders hohe Welle an, die dann auch ordentlich über das Schiff wegrollt. Es hat mich fasziniert.

Am Abend stoßen wir auf die geglückte Kap Hoorn - Umfahrung an. Danach feiern und tanzen wir ausgelassen bis in den Morgen hinein, an dem wir in Ushuaia wieder festen Boden unter den Füßen haben.

 

*Zodiak = robustes Expeditions-Schlauchboot

**Brücke= Kommandobrücke, hier "lenkt" bzw. navigiert der Kapitän mit seiner Besatzung das Schiff


   Vermisst! 

...auf dem Weg zum Flughafen, oder im Flughafen, oder wo auch immer, sind Pingus und das kleine Bärle plötzlich verschwunden. Wir hoffen, sie kommen eines Tages wieder zu uns zurück! Vielleicht hat es ihnen so gut im Eis gefallen, dass sie mit dem nächsten Schiff gleich nochmals losgefahren sind.

Nun sind sie weg. Wir trauern, aber Alles hat einen Sinn. Vielleicht haben mich die Beiden zu meinem langgehegten Traum geführt?! Ja, das wird es sein! Bestimmt!

Den kleinen Bären habe ich selbst genäht, er ist nicht ersetzbar. Im Moment mag ich nicht nochmals einen Bären nähen. Das hat so lange gedauert, weil ich im Nähen nicht geübt bin. Bevor ich meinen Bär selbst genäht habe, war ich bei einer Schneiderin der Haute-Couture in Tübingen. Sie hat mir zwei Bären genäht. Beide sind irgendwie süß, der eine wurde ein Eisbär, der andere ein Schwarzbär und beide sind zu groß für einen kleinen Bären.

Also ist jetzt erst mal eine kreative Bär-Pause angesagt.

Und wer hätte es gedacht? In der Zwischenzeit kam Knuffi zu mir, der kleine weiße Elch. Er hat mich auf meinen Reisen zum Nordkap begleitet. Davon mehr unter Knuffi.